Rückkehr mit Kindern und Jugendlichen
Kleinkinder
Wenn die Eltern da sind und ihnen Sicherheit vermitteln, stellen sie sich schnell um. Noch überwiegt die Neugier auf Neues. Die Bedeutung fester Freundschaften und sozialer Bindungen ist noch nicht so ausgeprägt.
Kinder im Schulalter
Sie können mit größeren Schwierigkeiten zu kämpfen haben, die auf den Verlust von Freundschaften und des gewohnten Alltags zurückzuführen sind. Sie können schwer sagen, wohin sie sich zugehörig fühlen und finden schwer Anschluss. Um sie herum gibt es kaum Kinder mit ähnlichen Erfahrungen. Oftmals geraten sie in eine unangenehme Exotenrolle, möchten aber nicht auffallen, sondern dazugehören.
Übertriebene Anhänglichkeit gegenüber den Eltern, Anwandlungen von Traurigkeit, mangelndes Interesse, in die Schule zu gehen oder neue Freundschaften zu schließen, sind Zeichen für einen Kulturschock, denen unbedingt Beachtung geschenkt werden sollte.
Jugendliche
Die Erfahrungen der Heranwachsenden halten länger an und sind schwieriger zu bewältigen, da Jugendliche zusätzlich mit altersbedingten Veränderungen und Übergängen zu kämpfen haben. Dazu kommen die Herausforderungen, die sich aus der erneuten Entwurzelung ergeben. Die Hauptschwierigkeiten liegen hier nicht in der Vergangenheit, sondern in der Gegenwart. Sie haben sich mit verschiedensten Problemen auseinanderzusetzen.
- Wie integriert man sich in die Gruppen Gleichaltriger, in einen neuen Klassenverband?
- Wie ist man „klamottentechnisch“ auf dem neuesten Stand?
- Wie lernt man in kurzer Zeit die „coolen“ Begriffe der Umgangssprache?
- Wie teilt man ihre Interessen; wie kann man die eigenen Interessen und Erfahrungen mit ihnen teilen?
Typische Symptome für einen Kulturschock sind Phasen der freiwilligen Isolation, Antriebsschwäche, Reizbarkeit sowie die Erfahrung, unpassend und unangepasst zu sein.
Tipps für die Rückkehr mit Kindern und Jugendlichen:
- Langsamer Abschied: planen Sie genügend Zeit, um sich von Freunden verabschieden zu können, überlegen Sie eventuell Abschiedsritual, nehmen Sie Sorgen vor dem Neuanfang ernst
- Erinnerungen schaffen: Erstellen Sie ein Erinnerungsbuch mit Fotos, Adressen und Abschiedswünschen für sich und die Familie
- Vorfreude stiften: beginnen Sie, sich auf Verwandte, Freunde, Feste und Rituale zu freuen, zeigen Sie Fotos der neuen Umgebung (Haus, Wohnung, Schule, Stadt)
- Neuanfang wahrnehmen: Nehmen Sie sich Zeit für den Start mit allen Mühen und Entscheidungen; Sie können nicht einfach dort weitermachen, wo Sie aufgehört haben
- Die Heimat entdecken: Erkunden Sie Deutschland zusammen mit der Familie wie Touristen und genießen Sie den frischen Blick
- Gleichgesinnte treffen/Erfahrungen austauschen: laden Sie Neuankömmlinge aus dem ehemaligen Gastland ein, suchen Sie Kontakt im ausländischen Umfeld
- Netzwerke aufbauen: Sportverein, Chor, Ehrenamt, Elternarbeit, Wiedersehensparty mit alten Freunden
Es ist wichtig, die positiven Aspekte der Rückkehr hervor zu heben und die neu erlernten Kompetenzen und Erfahrungen bewusst zu machen, z.B.:
- Eine neue Sprache erlernt zu haben
- Viele neue Orte gesehen zu haben, die man sonst nie gesehen hätte
- Neue Freunde gewonnen zu haben
- Mehr Verständnis und eine höhere Toleranz für andere zu besitzen
- Sicherheit auf Reisen gewonnen zu haben
- Selbstsicherer im Umgang mit anderen geworden zu sein
- Flexibler und aufnahmefähiger für Neues zu sein
- Internationale Erfahrung als Plus auf der Suche nach einer (Ausbildungs-)Stelle zu begreifen